Wissen - Wiki

Die Mozabiten, auch Mzabiten oder Beni Mzab bezeichnet, sind eine strenggläubige Ibaditen-Gemeinschaft von Berbern in der algerischen Sahara. Sie leben in dem Distrikt Mzab und der gleichnamigen Oase und sprechen eine eigene Berbersprache, das Mzab-Wargla. Ihr Zentrum ist Ghardaia.

 

Die Mozabiten sind eine der wenigen, noch existierenden Gemeinschaften der Charidschiten. Die Gemeinschaft trennt sich strikt von anderen Gruppen des Islams.

Nach dem Untergang des Emirates der Rustamiden von Tahert und der Siedlungen um Sandrata in dem 11. Jahrhundert zogen sich die Ibaditenins Bereich des Wadi Mzab zurück. Dort bauten sie mit grossem Aufwand die Oasen mit Hilfe von Bewässerungsanlagen aus und pflanzten grosse Palmenhaine an. Wirtschaftliche Bedeutung erlangten die Mozabiten durch die Kontrolle des Karawanenhandels in der zentralen Sahara, wobei vor allem der Handel mit Sklaven, Elfenbein und Gold lukrativ war.

Jede kleine Stadt der Mozabiten war wie eine theokratische Republik organisiert, wobei ein Rat von zwölf religiösen Notabeln für die Rechtsprechung zuständig war, währenddessen ein Rat der Laien die Verwaltung leitete. In dem 19. Jahrhundert kam es zu mehreren Rechtsreformen bei den Mozabiten. So fasste Scheich Abd al-Aziz ibn Ibrahim al-Musabi († 1808) das Recht der Ibaditen in dem Kitab an-Nil zusammen.

1853 wurden die Mozabiten dem französischen Protektorat und 1882 der französischen Verwaltung unterstellt und sind seit 1962 Teil des unabhängigen Algerien.

Kommentare (0)Add Comment

Kommentar schreiben
kleiner | groesser

security code
Bitte den folgenden Code eintragen


busy